Täglich schreiben hält den Arzt fern
Studie zeigt: Schreiben und Lesen senken das Demenzrisiko um fast 40 %
13. Feb. 2026
Inhaltsverzeichnis
Die meisten von uns schreiben jeden Tag. Wir schicken Freunden Nachrichten, machen uns Notizen für die Schule, erstellen To-do-Listen und posten in sozialen Medien. Wir denken vielleicht nicht viel darüber nach, aber Schreiben ist tatsächlich eine der besten Sachen, die wir für unsere Gehirngesundheit tun können. Eine neue Studie zeigt sogar, dass intellektuelle Aktivitäten wie Lesen, Schreiben und das Lernen einer neuen Sprache mit einem um fast 40 % geringeren Risiko für die Alzheimer-Krankheit verbunden sind, der häufigsten Form von Demenz.
Was also macht das Schreiben so gut für unser Gehirn? Wir untersuchen die verschiedenen Arten, wie das Schreiben die Gehirngesundheit unterstützt.
Schreiben verbessert das Gedächtnis
Wenn man etwas aufschreibt, erinnert man sich mit größerer Wahrscheinlichkeit daran – und das liegt nicht nur an dem Post-it, das man an den Kühlschrank klebt.
Das gilt besonders beim Schreiben von Hand. Handschrift zwingt das Gehirn dazu, langsamer zu werden. Man muss sich auf jedes Wort konzentrieren und die Handbewegungen koordinieren. Das führt zu einer tieferen Konzentration und hilft dem Gehirn, stärkere Verbindungen aufzubauen.
Untersuchungen zeigen auch, dass Menschen, die lesen oder schreiben, insgesamt bessere Gedächtnisleistungen erbringen. Das Schreiben stärkt das Arbeitsgedächtnis – also die Fähigkeit, Informationen im Kopf zu behalten und zu verarbeiten. Regelmäßiges Schreiben trainiert diese Fähigkeit.
Schreiben verbessert das Denkvermögen
Schreiben hilft dabei, die eigenen Gedanken zu ordnen, und vermittelt die Fähigkeit zur Strukturierung. Durch das Schreiben kann man kritisches Denken erlernen – die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen und für das Thema relevante Ideen gegenüber irrelevanten zu priorisieren.
Wenn man beispielsweise einen Artikel auf Fika schreibt, muss man seine Gedanken klar strukturieren, damit die Leser folgen können. Von der Einleitung – dem zündenden Funken, der den Leser auf eine Reise schickt – über den Hauptteil, der tiefer in die Materie führt, bis hin zum Fazit, das die Ideen zusammenfasst und dem Leser eine Antwort gibt oder ihn mit neuen, anregenden Fragen entlässt. Schreiben ist Denken. Und regelmäßiges Schreiben bedeutet, denken zu lernen.
Schreiben senkt das Demenzrisiko
Wie zu Beginn dieses Artikels erwähnt, besteht ein Hauptvorteil des Lesens und Schreibens darin, dass sie das Risiko für Alzheimer senken können. Studien ergaben, dass Menschen, die weder lesen noch schreiben konnten, eine fast dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit hatten, an Demenz zu erkranken. Eine andere Studie fand heraus, dass geistig aktive Menschen, die lesen, schreiben oder neue Fähigkeiten wie Sprachen lernen, ein um 38 % geringeres Risiko haben.
Wissenschaftler glauben, dass Lesen und Schreiben (und andere geistig anspruchsvolle Aktivitäten) den Aufbau starker Verbindungen zwischen Gehirnzellen fördern und so eine sogenannte „kognitive Reserve“ schaffen. Diese kognitive Reserve hilft dem Gehirn, altersbedingte Schäden besser zu kompensieren.
Auch wenn regelmäßiges Schreiben Demenz nicht zwingend komplett verhindern kann, kann es doch helfen, sie hinauszuzögern und das Risiko zu mindern.
Schreiben hilft bei der Emotionsregulation
Wenn Sie das nächste Mal gestresst sind, versuchen Sie es mit Schreiben. Regelmäßiges Schreiben ist hervorragend für die psychische und emotionale Gesundheit.
Emily Johnston, Professorin für Schreibwissenschaften an der UC Merced, sagt dazu:
Sie erklärt, dass das Benennen unserer Emotionen ein großartiger Weg ist, um sie zu verstehen und von einer instinktiven Kampf-oder-Flucht-Reaktion zu einer sinnstiftenden Denkweise überzugehen.
Wenn Sie sich das nächste Mal mit einem Freund streiten, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Ihre Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Das hilft Ihnen, die Pausentaste zu drücken. Wenn Sie über Ihre Gefühle schreiben, wechselt Ihr Gehirn vom reinen Empfinden dieser starken Emotion zum Nachdenken darüber und zur Analyse dessen, was dieses Gefühl eigentlich ist.
Sobald Sie Raum für Ihre Gefühle schaffen, können Sie besonnener reagieren.
Schreiben reduziert mentales Chaos
In unseren Köpfen kann es manchmal unordentlich zugehen. Oft haben wir viele Aufgaben und Sorgen gleichzeitig im Kopf.
Obwohl Chaos inspirierend sein kann, braucht Ihr Arbeitsplatz gelegentlich eine gründliche Reinigung. Schreiben ist dafür der beste Weg.
Eine großartige Übung sind die „Morgenseiten“, eine Methode, die Julia Cameron in ihrem Buch Der Weg des Künstlers beschreibt. Morgenseiten sind drei handschriftliche Seiten im Stil des Bewusstseinsstroms, die jeden Tag unmittelbar nach dem Aufwachen verfasst werden. Probieren Sie es selbst aus, um geistigen Ballast abzuwerfen, Schreibblockaden zu lösen und Ihren Geist in den Schreibmodus zu versetzen.
Schreiben kann ein Gefühl von Kontrolle geben
Wenn sich das Leben hektisch anfühlt und man zu viel auf dem Zettel hat, kann eine To-do-Liste Wunder wirken. Statt zu versuchen, alles gleichzeitig zu erledigen, bringen Sie alles zu Papier und gehen Sie die Dinge nacheinander an. Das reduziert das mentale Rauschen. Probieren Sie es selbst aus, wenn Sie sich das nächste Mal überfordert fühlen.
Schreiben und Lesen zur täglichen Gewohnheit machen
Diese kleinen Schreibgewohnheiten können einen großen Unterschied für Ihre Gehirngesundheit machen. Studien zeigen, dass Menschen, die von jung auf mit Büchern, Zeitungen, Bibliotheken und Lernaktivitäten in Berührung kommen, später im Leben eine bessere Gehirngesundheit haben. Wenn man als Kind vorgelesen bekommt, eine weitere Sprache lernt oder Museen besucht, zählt das alles als geistige Bereicherung. Schreiben hält das Gehirn flexibel und aktiv.
Die Gehirngesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst, darunter Bewegung, Ernährung, Schlaf und Genetik. Regelmäßiges Schreiben ist jedoch eine einfache Gewohnheit, die jeder praktizieren kann. Es ist nie zu spät, damit anzufangen.
Was soll man schreiben?
Man muss keine langen Aufsätze oder Bücher schreiben, um von den in diesem Artikel genannten Vorteilen zu profitieren. Einfaches Schreiben genügt.
Sie können ein Tagebuch führen.
Sie können kurze Reflexionen über Ihren Tag verfassen.
Sie können Geschichten, Gedichte oder Songtexte schreiben.
Sie können Briefe oder aufmerksame Textnachrichten schreiben.
Sie können Listen oder Pläne erstellen.
Der Schlüssel liegt darin, das Gehirn in bedeutungsvolles Denken einzubinden.
Die Formen des Schreibens haben sich gewandelt, aber heute schreiben mehr Menschen als je zuvor. Vielleicht tippen wir mehr, als wir handschriftlich festhalten. Wir kommunizieren eher über Kurznachrichten als über Briefe. Aber das Schreiben ist immer noch überall. Wir texten, mailen und schreiben jeden Tag. Jedes Mal, wenn Sie Gedanken in Worte fassen, trainieren Sie Ihr Gehirn.
Langfristig unterstützt das Schreiben das Gedächtnis, die Denkfähigkeit und die emotionale Kontrolle. Es stärkt die neuronalen Verbindungen und kann sogar schwere Krankheiten wie Alzheimer verzögern. Es hilft Ihnen, langsamer zu werden, zu reflektieren und bessere Entscheidungen zu treffen. Es ermöglicht Ihnen, Ihre Gefühle zu verstehen und Probleme klarer zu lösen.
Denken Sie daran: Ihr Gehirn ist wie ein Muskel. Je mehr Sie es auf gesunde Weise nutzen, desto stärker wird es. Schreiben ist eines der einfachsten und besten Workouts, die Sie Ihrem Gehirn gönnen können. Egal, ob Sie 15 oder 75 Jahre alt sind: Zum Stift zu greifen oder ein lehres Dokument zu öffnen, ist eine kleine Sache, die Sie heute tun können und die lebenslange Vorteile hat. Beginnen Sie Ihre Schreibgewohnheit auf Fika.
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